Franz Josef Strauß  - Vita:

Herkunft:
Ausbildung:
Politische Laufbahn:
Werke:

Herkunft:
Strauß wurde am 6. September 1915 als Metzgersohn von Franz Strauß in München geboren. Er hat eine Schwester, Maria.  

Ausbildung:
Nach dem Abitur(1935), welches er am Maximiliansgymnasium in München ablegte, nahm er das Studium der Altphilologie und Geschichte in München auf. Nebenbei trieb er Radsport und wurde 1934 süddeutscher Straßenmeister (Hierbei absolvierte er das Rennen "Quer durch das bayrische Hochland", eine 210 Kilometer lange Strecke in fünf Stunden, 56 Minuten).

1939 wurde Strauß zum Wehrdienst eingezogen, legte aber während eines Urlaubs das Staatsexamen für das höhere Lehramt ab. Das Referendarexamen bestand er 1940 mit 1,1, der besten Note seit 1910 in Bayern. Strauß diente im kurz darauf einsetzenden Krieg bis 1942 als Artillerist an der Front. Aufgrund von schweren Erfrierungen wurde Strauß danach Lehroffizier an der Flakschule Altenstadt bei Schongau/Bayern. Diese Funktion übte er bis zum Eintreffen der Amerikaner aus, am Ende des Weltkrieges hatte er die Funktion eines Oberleutnants inne.

Politische Laufbahn:
Nach Ende des Krieges wurde wurde Strauß 1945 von den Amerikanern zum stellvertretenden Landrat im Schongau bestellt; so war er von Anfang an am Aufbau der CSU beteiligt und wurde 1946 zum Landrat gewählt.1948 wurde er auch Mitglied des Wirtschaftsrates in Frankfurt und 1949 Leiter des bayrischen Landesjugendamtes. Von 1948 - 1952 war Strauß Generalsekretär der CSU, kam 1949 für seine Partei in den Bundestag (erste Wortmeldung) und  wurde 1950 zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CSU im Bundestag gewählt. Unter der Leitung von Strauß wurde 1952 der EVG Entwurf diskutiert. Hier machte Strauß zum ersten Mal auf bundespolitischem Gebiet auf sich aufmerksam, als er sich eine Redeschlacht mit dem außenpolitischen Sprecher der SPD Fritz Erler lieferte.

1953 trat Strauß in die von Adenauer geführte Bundesregierung als Minister für besondere Aufgaben ein und übernahm 1955 das neugeschaffene Atomministerium. 1956 löste er Theodor Blank, den ersten Verteidigungsminister ab und trug seitdem maßgebend zum Aufbau der Bundeswehr bei.  Während dieser Tätigkeit musste Strauß mehrere Affären durchlaufen, die durch den Spiegel publik gemacht wurden ("Starfighter" und "Fibag-Affäre"). In der "Spiegel-Affäre" wurde ihm falsche Unterrichtung des Bundestages vorgeworfen, so dass er 1962 aus der Regierung ausscheiden musste.

Aber Strauß blieb als unermüdlicher Streiter im politischen Geschäft und wurde Finanzminister der großen Koalition 1966 unter Kurt Georg Kiesinger, nachdem er mit 47 Jahren noch ein volkswirtschaftliches Studium abgelegt hatte.. Er arbeitete hervorragend mit dem damaligen Wirtschaftsminister Schiller (SPD) zusammen, welches seinen Ausdruck im Volksmund (Plisch und Plum) fand. Durch seine antizyklische Finanzpolitik wurde die damalige Rezession beendet.

In den Jahren der Unions-Opposition 1969-82 profilierte sich der CSU-Vorsitzende (seit 1961 bis zu seinem Tode) als härtester Kritiker der sozial-liberalen Opposition. Hier brillierte Strauß besonders in Diskussionen der Finanz und Wirtschaftspolitik. Zudem war Strauß ein Gegner der Ostpolitik der Bundesregierung Brandt/Scheel.

Strauß wurde 1978 bayrischer Ministerpräsident, obwohl die CSU bei der Wahl Stimmverluste zu beklagen hatte. (59,1 % statt 62,1 % 1974). Strauß übernahm das Kabinett seines Vorgängers Goppel und setzte Georg Tandler als Innenminister und Edmund Stoiber als Generalsekretär ein. Die beiden blieben bis zu seinem Tode seine engsten Mitarbeiter.

1980 wurde Strauß Bundeskanzlerkandidat der CDU/CSU, nachdem er sich gegen seinen Widersacher Helmut Kohl, der den Ministerpräsidenten Albrecht als Kandidat auserkoren hatte, durchgesetzt hatte. Er scheiterte klar(34,2 % statt 38 % 1976), vermochte aber weiterhin in der Bundespolitik ein gewichtiges Wort mitzusprechen und entfaltete als Landesvater auch eine rege außenpolitische Aktivität (Auslandsreisen u.A. nach China, Tibet, Albanien und privat zu Michail Gorbatschow).

1983 sorgte Strauß für das Einfädeln eines Milliardenkredits für die DDR für Aufregung in den eigenen Reihen.

Er starb am 3. Oktober 1988 in Regensburg.

Werke:
Neben seiner politischen Tätigkeit veröffentlichte Strauß zahlreiche Bücher. Die wichtigsten seien hier exemplarisch aufgeführt:

"Entwurf für Europa", 1966;"Herausforderung und Antwort. Ein Programm für Europa",1968;"Der Auftrag", 1974; "Deutschland - Deine Zukunft", 1975;"Die Zukunft gehört der Freiheit", 1985;
Seine Memoiren blieben unvollendet.

 


Franz-Josef Strauß